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28.02.2013, 15:05 Uhr

Typische Leiden von Schreibtischtätern

Einer der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit sind weiterhin Rückenschmerzen. Das geht aus dem DAK-Gesundheitsreport 2013 hervor. Zu weitverbreiteten Leiden gehören aber auch andere Bürokrankheiten. Wer regelmäßig am Schreibtisch seiner Arbeit nachgeht, plagt sich mit ganz typischen Beschwerden herum, gegen die jedoch in vielen Fällen einfache Mittel helfen.

Der "Mausarm" 

Wer täglich am Computer sitzt, bekommt vom Arbeiten mit der Maus oft Schmerzen in der Hand oder im Unterarm: das sogenannte "Maussyndrom". Seit 2006 ist die auch als "RSI Syndrom" bekannte Störung gerichtlich als Berufskrankheit anerkannt. Auslöser ist meist die einseitige und andauernde Belastung.

Am besten beugt man rechtzeitig vor. Zum Beispiel durch Dehnübungen, die sich leicht zwischendurch ausführen lassen, oder mit einem ergonomisch optimierten Arbeitsplatz. Wem es nicht zu ungewohnt erscheint, der könnte die Maus zur Abwechslung auch einmal mit der anderen Hand bedienen.

Wenn man allerdings schon Schmerzen hat, sollte man zum Arzt gehen. Die Mediziner können dann eine Querfriktionsmassage verschreiben, bei der ein Physiotherapeut die betroffenen Weichteile quer zur Bewegungsrichtung behandelt.

Müde Augen

Auch wenn flackernde Bildschirme mittlerweile fast überall der Vergangenheit angehören: Das stundenlange Arbeiten am Monitor macht die Augen oft müde. Sie fangen an zu jucken, brennen oder erröten. Teilweise entsteht auch der Eindruck, dass das Monitor-Bild verschwimmt.

Deshalb sollte man zwischendurch öfter eine Pause machen, den Blick durch das Büro oder aus dem Fenster gleiten lassen und einen weiter entfernten Gegenstand fixieren. Auch ausreichend helles, am besten natürliches Licht sollte vorhanden sein. Die Luftfeuchtigkeit spielt zudem eine bedeutende Rolle, besonders im Winter hilft regelmäßiges Lüften gegen müde Augen.

Bei konzentrierter Arbeit vor dem Bildschirm kann es vorkommen, dass Büroarbeiter vergessen zu blinzeln. Weil bei jeder dieser Augenbewegungen die Hornhaut mit Tränenflüssigkeit überzogen wird, sollten anfällige Monitorbetrachter bewusst auf das Blinzeln achten.

Spannungskopfschmerzen

Ist der Stress besonders groß, äußert sich das zunächst meist in Form von Verspannungen im Nacken, die dann langsam weiter hoch wandern und sich zu starken Kopfschmerzen entwickeln können. 

Auch hier kann man vorbeugen: Regelmäßige Pausen, Aufstehen und kurzes Auslockern, kleinere Dehn- und Kräftigungsübungen, ein Spaziergang an der frischen Luft oder regelmäßiges Lüften helfen, sich zu entspannen.

Monitor und Stuhl sollten auf die richtige Sitzposition und Größe eingestellt sein. Wer über den Luxus eines höhenverstellbaren Schreibtisches verfügt, sollte zwischendurch ruhig mal im Stehen arbeiten. Alternativ kann man sich angewöhnen, während des Telefonierens aufzustehen, oder im Büro herum zu gehen.

Außerdem sollte die Raumtemperatur zwischen 19 und 23 Grad Celsius liegen. Mit frischem Obst und mindestens zwei Litern Flüssigkeit am Tag optimieren Sie zudem Ihren Mineralstoff-Haushalt. Ein sportliches Ausgleichsprogramm nach Feierabend ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, Verspannungen abzubauen.

Rückenschmerzen

Unter dem Klassiker der Zivilisationskrankheiten leiden Menschen mit Büroarbeitsplatz besonders oft. Rückenbeschwerden sind immer noch eine der häufigsten Ursachen für Fehltage. Dazu muss es nicht kommen:

Beim Sitzen wird der Rücken am stärksten belastet. Sie sollten deshalb darauf achten, möglichst viele Tätigkeiten im Stehen zu erledigen: Telefonieren, Post öffnen – und warum nicht auch mal ein Meeting im Stehen abhalten? Und statt den Kollegen anzurufen, gehen Sie doch einfach bei ihm im Büro vorbei.

Die richtige Einstellung des Bürostuhls ist besonders wichtig. Der Rücken soll Kontakt zur Lehne haben. Ober- und Unterschenkel bilden einen rechten Winkel. Für die Armlehnen gilt Ähnliches: Ober- und Unterarme sollen ebenfalls in 90 Grad zueinander angewinkelt sein.

Schlafstörungen 

Wachen Sie manchmal nachts auf und denken an die Arbeit? Oder schlafen Sie erst gar nicht ein und fühlen sich dann am nächsten Morgen wie gerädert?

Um künftig besser zur Ruhe zu kommen, sollten Sie schon während der Arbeit zwischendurch bewusst abschalten und an etwas denken, das Sie entspannt.

Versuchen Sie auch in Ihrer Freizeit die richtige Balance zwischen Aktivitäten und Ruhephasen zu finden. Es müssen nicht immer gleich Yoga, autogenes Training oder ähnliche Techniken sein - manchmal hat schon ein Spaziergang und etwas frische Luft kurz vor dem Einschlafen eine positive Wirkung. 

Gegen Schlafstörungen hilft darüber hinaus ein immer gleicher Rhythmus, auch am Wochenende. Wer trotzdem ausschlafen will, sollte früher ins Bett gehen. Im Büro kann, wenn es die Möglichkeit dazu gibt, Power-Napping funktionieren. Eine Entspannungsphase im Liegen, die zwischen 20 und 40 Minuten lang ist, wirkt Wunder.

Psychische Belastungen

Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Leiden haben 2012 einen neuen Höhepunkt erreicht. Laut DAK-Gesundheitsreport 2013 haben sich zwischen 1997 und 2012 die Fehltage durch Depressionen und andere psychische Krankheiten mehr als verdoppelt (plus 165 Prozent).

Studien belegen jedoch trotz der enormen Steigerung von Kranktagen laut DAK keinen Anstieg der psychischen Störungen. "Das Bewusstsein und die Sensibilität von Ärzten und Patienten diesen Krankheiten gegenüber haben sich deutlich verändert", meint DAK-Gesundheitsexperte Herbert Rebscher in einer offiziellen Mitteilung.

Warnsignale können sehr unterschiedlich sein und reichen von einem Gefühl der permanenten Anspannung, der Getriebenheit oder inneren Nervosität bis zur totalen Abgeschlagenheit. Wer merkt, dass seine Akkus über längere Zeit leer sind, sollte sich in jedem Fall dringend einem Arzt anvertrauen. Grundsätzlich gilt, dass man es am besten gar nicht erst so weit kommen lässt, und die Warnsignale des Köpers bereits im Anfangsstadium ernst nehmen sollte. (ibe/cfl) 

Alle News vom: 28. Februar 2013 Zur Übersicht: Beruf

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