Zur mobilen Ansicht wechseln

25.01.2012, 11:18 Uhr

Zu viel Stress im Job: Rechtzeitig Chef ansprechen

Berlin (dpa/tmn) - Viele Berufstätige sind überlastet, immer öfter hört man vom "Burnout". Die IG Metall warnt jetzt vor der "Zeitbombe Arbeitsstress". Für Arbeitnehmer gilt: Wenn sie nicht mehr wissen, wie sie ihr Pensum schaffen sollen, müssen sie dringend aktiv werden.

Stress muss nicht schlimm sein. Doch zu viel davon macht krank. Die IG Metall hat am Dienstag (24. Januar) in Berlin ihr Jahrbuch "Gute Arbeit 2012" vorgestellt. Darin geht es um das Thema "Zeitbombe Arbeitsstress - Befunde, Strategien und Regelungsbedarf." Die Gewerkschaft macht sich für eine Anti-Stress-Verordnung stark. Damit sollen Arbeitnehmer vor dem zunehmenden Psycho-Druck am Arbeitsplatz geschützt werden - und vor der neuen Volkskrankheit Burnout-Syndrom.

Beschränkt werden soll nach dem Willen der Gewerkschaft das "Arbeiten ohne Ende" etwa bei Projektarbeiten. Viele Beschäftigte würden von einem Projekt in das nächste gehetzt, wobei sich die Projektlaufzeiten überlappten. Gerade bei diesen Beschäftigten häuften sich die psychischen Belastungen.

Frau legt erschöpft Kopf auf Tastatur Quiz

Bestimmen Sie mit diesem Test Ihr individuelles Risiko. >

Laut Prof. Martin Schütte von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin entsteht ungesunder Stress dann, wenn der Beschäftigte feststellt, dass das Arbeitspensum von ihm nicht mehr zu schaffen ist. Fühlt sich ein Arbeitnehmer von der Fülle der Aufgaben überfordert, sollte er dem Experten zufolge schnell reagieren: "Ich würde ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Vorgesetzten oder dem Betriebsrat suchen, wenn ich angestellt bin", rät Schütte. Dort schildere man am besten das Problem und suche dann gemeinsam nach einer Lösung für die zu hohe Arbeitsbelastung. Ist jemand selbstständig, könne er sich zum Beispiel Hilfe bei einem Hausarzt oder Arbeitsmediziner suchen.

Berufstätige machten jedoch häufig den Fehler, dass sie auf ungesunden Stress zu spät reagieren. "Zu körperlichen Symptomen wie Erschöpfungszuständen oder Gereiztheit sollte man es erst gar nicht kommen lassen", rät Schütte. Solche Beeinträchtigungen sind zu vermeiden. Denn sei die betroffene Person vom Stress bereits krank geworden, sei es viel schwieriger, sie zu therapieren.

Ist das Gespräch mit dem Vorgesetzen keine Alternative, etwa weil der Arbeitsvertrag befristet ist, wäre eine Kur zu überlegen. Langfristig sei das in der Regel jedoch keine Lösung. Denn komme der Arbeitnehmer zurück in den Joballtag und es hat sich an der Arbeitsbelastung nichts geändert, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass er an genau der gleichen Situation erneut erkrankt. Dann helfe es auf lange Sicht nur, den Job zu wechseln.

0 Sterne - basierend auf 0 Bewertungen
Zur Übersicht: Beruf

9 Meinungen zu "Zu viel Stress im Job?"

  • desatamonti
    Donnerstag, 23.02.2012, 11:39 Uhr
    Nein, ich glaube nicht, daß es (allein) am Streß oder Überlastung liegt, sonder an der unzureichenden Erholung im Freizeitbereich.
  • camaro78
    Freitag, 27.01.2012, 08:06 Uhr
    " Rechtzeitig Chef ansprechen" Ja klar ! Die Antwort kenne ich schon vorher. " Sie müssen den Job ja nicht machen, da stehen 20 Leute hinter Ihnen die den Job gerne hätten"
  • schieber1
    Mittwoch, 25.01.2012, 16:10 Uhr
    Ja, das ist genau die richtige Aufforderung. Gehe zu Deinem Chef und sage: ich bin überlastet.........................., der nächste Satz des Chefs wird wohl sein, kein Problem, hier sind die Papiere, jetzt kannst Du Dich ausruhen. Ein Vorschlag der an der Realität meilenweit vorbeigeht.
  • Recklinghausen
    Mittwoch, 25.01.2012, 15:51 Uhr
    Ich arbeite im Handel und bekomme Provision. Da macht man sich schon selber Druck und muß ja möglichst viel verkaufen. Dazu kommt der Druck der Geschäftsleitung, denen es nie genug ist. Ich denke, dass auch hier ein Gespräch sinnlos wäre. Wenn man es nicht schafft, kommt ein anderer.
  • basti99884
    Mittwoch, 25.01.2012, 15:44 Uhr
    Haha...^^ -.-
  • mischo1968
    Mittwoch, 25.01.2012, 15:23 Uhr
    Zumindest im Angestelltenbereich sind es allzuoft diejenigen die alles an sich heranreissen die irgendwann in die Stressfalle tappen. Klar sollten diese mit dem Chef sprechen, meist sind dies allerdings die bekannten und allseits beliebten Wackeldackel - Kopfnicker die den Mund nur zum Lästern und fürs Ego-Profiling auf bekommen.
  • Bruttiger
    Mittwoch, 25.01.2012, 15:07 Uhr
    Mit dem Chef/in Reden??? Da kann man gleich Kündigen, aber das sind halt Experten die keiner braucht, außer der Journallie....
Services
Alle Specials im Überblick
EM-Ball 2012

Der Countdown zur EURO 2012 läuft...

Arbeitsvertrag

Nur schwarz auf weiß zählt: Darauf sollten Berufsanfänger achten. >

Ohne Erasmus ins Ausland

Auch ohne Erasmus ist ein Studium außerhalb Deutschlands möglich. >

Symbolfoto einer Bewerbung

Fehlendes Bild führt in bestimmten Unternehmen zu Irritationen. >


Internet Made in Germany Ihr GMX-Postfach ist grün GMX unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Zu viel Stress im Job?. Wer sich überlastet fühlt, sollte dringend mit dem Chef sprechen.

GMX International GMX Österreich | GMX Schweiz | GMX France