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04.07.2012, 14:17 Uhr

Geldstrafe für Turbostudium

(ah/as) - Weil Marcel Pohl zu schnell studiert hat, droht ihm jetzt eine Strafe: Der Student aus Arnsberg soll seiner ehemaligen Hochschule 3.000 Euro Studiengebühren nachzahlen. Das sah er nicht ein und wehrte sich gegen die Klage der Uni. Heute hätte die Entscheidung vor Gericht fallen sollen, wurde aber vertagt.

Turbostudium, erste Arbeitserfahrung, Praktika, soziales Engagement: Was heutzutage von Berufseinsteigern gefordert wird, kommt einem oftmals utopisch vor. Offensichtlich gibt es aber junge Leute, die solchen Profilen tatsächlich entsprechen. So wie Marcel Pohl, der in nur 20 Monaten sein Studium abgeschlossen und gleichzeitig eine Banklehre absolviert hat.

Der 22-Jährige hatte nach dem Wirtschaftsabitur eine Ausbildung bei der Commerzbank angefangen. Zusätzlich bot man ihm dort an, nach Feierabend an der privaten Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) zu studieren, schreibt "Derwesten.de". Die FOM hat sich auf das berufsbegleitende Studium spezialisiert. An 22 Standorten in Deutschland werden Vorlesungen abgehalten.

Offenbar fühlte sich Pohl beim Studium nicht ausgelastet, denn viele Inhalte kannte der junge Mann schon aus der Schulzeit. So tat er sich mit zwei Kommilitonen zusammen, um "das Studium etwas zu beschleunigen". Jeder hörte sich andere Vorlesungen an und gab danach sein Wissen an die beiden anderen weiter. Marcel Pohl zog auf diese Weise sein Bachelor- und sein Masterstudium in nur vier Semestern durch. Eigentlich sind dafür von der Hochschule elf Semester angesetzt.

"Das FOM hat die Studienverkürzung ausdrücklich genehmigt", sagte Pohls Rechtsanwalt Bernhard Kraas gegenüber "Derwesten.de". Nun soll der Turbostudent 3.000 Euro Studiengebühren für die Semester nachzahlen, die er gar nicht mehr an der Hochschule verbracht hat. Die FOM sieht ihre Studiengebühren offenbar als Komplettpreis für den Abschluss, unabhängig von der Studiendauer.

Eine Entscheidung in der schwierigen Angelegenheit fällt den Richtern des Amtsgerichts Arnsberg offenbar nicht leicht. So ist der Fall laut "Derwesten.de" auf den 18. Juli vertagt. Kraas habe aber angedeutet, dass es schon vorher eine außergerichtliche Einigung geben könnte.

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