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26.10.2011, 10:50 Uhr

Fragen zum Arbeitszeugnis: So antwortet man richtig

Berlin (dpa/tmn) - Bei Nachfragen zu ihrem Arbeitszeugnis dürfen Bewerber nicht den Fehler machen, von sich aus auf ihre Schwächen hinzuweisen. Das rät der Karriereexperte Jürgen Hesse aus Berlin. Weitere Tipps vom Experten gibt es hier.

Wie pariert man Nachfragen zu seinem Arbeitszeugnis am besten? Auf jeden Fall nicht mit einem Hinweis auf die eigenen Unzulänglichkeiten, rät einer der es wissen muss, Karriereberater Jürgen Hesse aus Berlin. So fragten Personaler häufig: "Wenn ich Ihren Chef jetzt nach dem Arbeitszeugnis frage, was würde der dann sagen?" Viele Bewerber fangen dann an, von Problemen zu erzählen oder zu erklären, warum etwas im Arbeitszeugnis auf eine bestimmte Art formuliert wurde. Von allein wäre der Personaler auf solche Schwächen meist aber gar nicht gekommen, erläutert Hesse. Denn im Arbeitszeugnis lassen sich Probleme meist nicht so deutlich herauslesen.

Stehe etwa im Zeugnis die Formulierung, dass der Mitarbeiter "ein freundliches Wesen" habe, müssen Bewerber das nicht weiter erklären. Auf keinen Fall sollten sie die Bewertung herabwürdigen und etwas sagen wie: "Mein Chef fand immer, dass ich gute Stimmung in die Abteilung gebracht habe - dabei war ich bei der Aufgabenerledigung nicht die Schnellste."

Bewerber sagen bei einer solchen Nachfrage im Vorstellungsgespräch am besten immer "Mein ehemaliger Chef würde Ihnen genau dasselbe sagen, was im Zeugnis steht", rät Hesse. "Aber vielleicht sprechen Sie noch einmal mit ihm. Ich kann Ihnen gerne seine Telefonnummer geben." Das wirke souverän, und der Bewerber mache deutlich, dass er nichts zu verbergen hat. Zwar sei es hoch gepokert, wenn der Vorgesetzte mit dem Arbeitnehmer nicht zufrieden war. Das sei in einem Vorstellungsgespräch aber auf jeden Fall besser, als sich selbst aus dem Rennen zu katapultieren, indem Bewerber auf die eigenen Schwächen hinweisen.

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2 Meinungen zu "Nachfragen zum Arbeitszeugnis"

  • Jazzuli
    Mittwoch, 01.02.2012, 12:05 Uhr
    Ich kann "newcastle" nur unterstützen! Was die omnipotenten "Bewrbungsgurus", sprich die ach so bekannten Autorenpaare, angeht, da frage ich mich sehr oft in welchen Sphären diese leben, abgesehen von so einigen Unternehmensberatungsgesellschaften. Dies ist übrigens nicht nur meine persönliche Meinung. Sehr viele Personalverantwortliche aus meinem Arbeitsumfeld - das reicht von einfachen "kleinen" Handwerkern bis hin zu großen internationalen Unternehmen - denken über diese "Ergüsse" ähnlich! Das Allerwichtigste an einer Bewerbung muss vor allem sein, dass sie "echt" ist! Kein Fehler wirkt sich fataler aus! Natürlich ist es wichtig nie zu vergessen an wen sich eine Bewerbung überhaupt richtet. Über Formulierungen kann und muss man deshalb nachdenken, man sollte also adressatengerecht schreiben und nicht nur für das eigene "Tagebuch", dennoch ist es evident im gesamten Bewerbungsprozess, von Anfang an bis hin zum Ende, immer "bei sich" zu bleiben. "Showleute" werden früher oder später immer scheitern, im Zweifelsfall an sich selbst. Außerdem sind nach den vielen Desastern die sich in der Wirtschaftswelt Deutschlands und auch international abgespielt haben, die Personalverantwortlichen gegenüber solchen "Wolken ohne Wasser" (Zitat Paulus) wesentlich sensibler geworden. Auch dies ist aus dem Kommentar von "newcastle" zu ersehen. Zum Glück.
  • newcastle
    Mittwoch, 26.10.2011, 17:01 Uhr
    >>So fragten Personaler häufig: "Wenn ich Ihren Chef jetzt nach dem Arbeitszeugnis frage, was würde der dann sagen?" << An alle Bewerber: Ich habe selten so einen Blödsinn gelesen! Ich arbeite seit über 20 Jahren in diesen Fachbereich und kein ausgebildeter Personaler würde Euch so unqualifizierte Fragen stellen. Wir wissen wie man Zeugnisse liest und wenn Euch überhaupt Fragen zu Euren Arbeitszeugnissen gestellt werden, dann eher weil sich die angegebenen Beschäftigungszeiträume überschneiden oder weil die räumlichen Distanz zwischen den Orten im Zeitraum zu weit auseinander liegen (bsp. im selben Zeitraum Studium in Hamburg und Arbeitszeugnis von einem Unternehmen in Köln). Für vieles gibt es ganz plausible Erklärungen, welche man im Bewerbungsgespräch erfragen kann. Übrigens, es gibt zwar Personaler die keine Fremdsprachen sprechen und darauf hoffen, dass der Bewerber mit seinen Fremdsprachkenntnissen nur auf dem Busch geklopft hat ... aber bei 99 % von uns müßt Ihr damit rechnen, dass wir das Gespräch genauso fließend in der gewünschten Fremdsprache weiterführen können. ... und keine Sorge, Personaler suchen beim Vorstellungsgespräch den passenden Mitarbeiter für das Unternehmen/ das betreffende Team und haben absolut kein Interesse daran Euch zu brüskieren oder "dumm dastehen" zu lassen. Beste Vorbereitung: Schreibt nichts in Euren Lebenslauf was Ihr nicht wirklich gemacht hat, bei den ersten Fachfragen fliegt das ohnehin auf. Überlegt Euch Beispiele aus Euren Arbeitsleben, wo ihr ein unvorhergesehenes Problem erfolgreich gemeistert habt und eine nicht berufsrelevante Schwäche (fehlendes Zahlenverständnis bei einem Buchhalter ist "tödlich"). Kennt Euren Lebenlauf auswendig (dürfte kein Problem sein, wenn er echt ist). Überlegt Euch warum Ihr gerade diese Position ausfüllen wollt und warum Ihr gerade für dieses Unternehmen arbeiten möchtet (also recherchiert im Internet und auf der Internetseite - ein Personaler-Witz: der Bewerber bei Frosta, der glaubte, Frosta würde Dosengerichte herstellen). Nicht vergessen beim Vorstellungsgespräch die angemessene Oberbekleidung zu tragen. Wenn man die paar Punkte berücksichtigt, muss man auch nicht diese "Pseudo"-Fachliteratur kaufen :).
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