Zur mobilen Ansicht wechseln

12.12.2012, 10:41 Uhr

Kabinett beschließt Reform der Verkehrssünderkartei

Berlin (dpa) - Autofahrer müssen sich auf neue Punkteregeln für Verstöße einstellen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine Reform der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Das neue System sieht vor, dass Delikte nicht mehr mit einem bis sieben Punkten bewertet werden - sondern je nach Schwere nur noch mit ein, zwei oder drei Punkten. Der Führerschein ist dadurch schon mit 8 statt bisher 18 Punkten weg. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erhofft sich davon mehr Transparenz, Gerechtigkeit und Verkehrssicherheit.

Verstöße, die die Verkehrssicherheit nicht gefährden, werden nicht mehr mit Punkten geahndet. Dazu gehören das Einfahren ohne Plakette in eine Umweltzone oder der Verstoß gegen ein Sonntagsfahrverbot. Inkrafttreten wird die Reform wahrscheinlich nicht vor 2014. Zunächst müssen Bundestag und Bundesrat zustimmen - ob die Länder das zustimmungspflichtige Gesetz passieren lassen, ist noch unklar.

Ramsauer betonte: "Mit dem Beschluss des Kabinetts hat die Bundesregierung einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer bürgerfreundlicheren Regelung getan." Derzeit haben neun Millionen Bürger Punkte im Verkehrszentralregister beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Insgesamt rund 47 Millionen erfasste Punkte müssen in das neue "Fahreignungsregister" umgerechnet werden. Eine Generalamnestie werde es dabei nicht geben, betonte Ramsauer. Allerdings sollen etwa Umweltzonen-Punkte wegfallen. Gleiches gilt für nicht die Verkehrssicherheit gefährdende Verstöße wie Missachten von Sonntagsfahrverboten oder das Parken an Feuerwehrzufahrten.

Führescheine

Führerschein, Verkehrssünderdatei, Umweltzone: Alles wird neu. >

Der "Punkte-Tacho" soll drei Maßnahmenstufen umfassen: Bei einem Stand mit 4 oder 5 Punkten (Gelb) gibt es eine Ermahnung und eine Information über das Fahreignungs-Bewertungssystem. Bei 6 oder 7 Punkten (Rot) gibt es eine Verwarnung und die Anordnung zur Teilnahme an einem neu konzipierten Fahreignungsseminar. Bei 8 Punkten (Schwarz) ist der Führerschein weg und kann frühestens nach sechs Monaten neu beantragt werden. Einzelne Verstöße sollen künftig für sich verjähren, dies kann bis zu elf Jahre dauern.

Im Zuge der Reform sollen bestimmte Bußgelder angehoben werden, etwa für Verstöße wie Handy-Telefonate am Steuer oder das Einfahrern in Umweltzonen ohne Plakette. Kritik kam unter anderem vom Auto Club Europa (ACE), der keine substanzielle Verbesserung sieht. Das neue System sei nicht minder kompliziert. "Für die Öffentlichkeit erschließt es sich immer noch nicht, worin der Vorteil dieser Art von Punktereform liegen soll", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.

Alle News vom: 12. Dezember 2012 Zur Übersicht: Auto

25 Meinungen zu "Weniger Punkte bei Verstößen?"

  • Autonutzer
    Freitag, 17.05.2013, 13:37 Uhr
    ...einmal volle Kanne durch die Stadt = 1 Punkt ...einmal rechts ran und Handytelefonat ( ohne Schlüssel abziehen) = 1 Punkt Die sind doch bescheuert in Berlin....!!!
  • mischo1968
    Donnerstag, 13.12.2012, 12:59 Uhr
    Gut dass wir keine anderen Sorgen haben.
  • Klischee
    Mittwoch, 12.12.2012, 17:48 Uhr
    Die Reform dient doch nur Ramsauers Profilneurose. Eigentlich ändert sich bei halbierter Punktzahl für Vergehen und halbierter Höchstpunktzahl nichts. Lediglich die separate Verjährung für jedes Delikt bringt Vorteile für die unbelehrbaren Intensivtäter im Strassenverkehr und wird die Sicherheit verringern. Es hätte auch gereicht die Strafen für Ordnungswidrigkeiten und Bußgelder zu verdreifachen. Vieles, z.B. Parkverstösse, fahren gegen die Einbahnstrasse und einiges mehr liegt doch im Schnäppchenbereich.
  • Feldi60
    Mittwoch, 12.12.2012, 14:34 Uhr
    Was muß eigentlich noch alles passieren bis wir Deutschen endlich merken das diese selbstgefälligen Politiker uns nur verarschen und nur in die eigene Tasche wirtschaften???
  • tagauch01
    Mittwoch, 12.12.2012, 13:48 Uhr
    Der Punktekram ist onehin quatsch. Welches Land der Erde, ausser Deutschland, hat dies. Woanderst werden Vergehen mit dicken Bußgeldern bestraft und gut ist . . .
  • glKlg
    Mittwoch, 12.12.2012, 13:46 Uhr
    Ein 8-Punkte System , aber hallo , da wird sich wohl mancher ein Pferd zulegen müssen um von A nach B zu kommen , denn eh das in den Köpfen vieler angekommen ist sind die Flebben weg und Vater Staat lacht sich wieder mal ins Fäustchen weil eine neue Einnahmequelle für nichts erschlossen wurde.Ein neuer Führerschein kostet viel , sehr viel Kohle und das sich aber dadurch das Verhalten der Unbelehrbaren ändert glaube ich nicht.
Partnerangebote
Nissan

Weltweit müssen mehr als 800.000 Autos zurück in die Werkstätten. >

Wertvolle Oldtimer: Dauerregen bei der Mille MigliaVideo

Bei der diesjährigen Mille Miglia hatten es vor allem Cabrios schwer. >

Der BMW 5er erhält ein Facelift, neue Motoren und moderne Technik

Die Änderungen liegen allerdings eher unter dem Blech. >


Internet Made in GermanyIhr GMX-Postfach ist grünGMX unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Weniger Punkte bei Verstößen?. Das Kabinett beschließt Reform der Verkehrssünderkartei.