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10.07.2012, 19:35 Uhr

Das sind die größten Stauhöllen in Europa und Deutschland

(mm/ah) - Stau, zähfließender Verkehr, Stillstand: Die morgendliche und abendliche Rush Hour auf deutschen Straßen lassen den Arbeitsweg für viele Autofahrer täglich zu einer echten Geduldsprobe werden. Eine aktuelle Vergleichsstudie des Navi-Herstellers TomTom zeigt jedoch, dass deutsche Großstädte im europäischen Vergleich noch verhältnismäßig gut dastehen.

Für seinen "Congestion Index" erstellte TomTom ein Stau-Ranking europäischer Großstädte. Trauriger Spitzenreiter ist dabei Warschau. Für die polnische Hauptstadt hat TomTom ein "Stau-Level" von 42 Prozent errechnet. Das bedeutet, dass man dort durchschnittlich 42 Prozent mehr Zeit für eine Strecke benötigt, als wenn man die gleiche Strecke ohne Verkehrsbehinderungen zurücklegen würde. Ein Pendler, der dort einen Arbeitsweg von 30 Minuten hat, häuft auf das Jahr gerechnet ganze 106 Stunden Verzögerung an. In Arbeitszeit gerechnet entspräche das etwa zweieinhalb Wochen.

Auf Platz zwei und drei des Rankings folgen Marseille und Rom. Die französische Mittelmeer-Metropole bringt es auf ein Stau-Level von 41 Prozent und jährlich 101 verlorene Stunden, die italienische Hauptstadt raubt Autofahrern aufs Jahr gerechnet 94 Stunden bei einem Stau-Level von 34 Prozent.

Hamburg ist deutsche Stau-Metropole

Dagegen wirken die Werte der analysierten deutschen Städte noch deutlich humaner. Hamburg belegt mit 27 Prozent Stau-Level Rang zehn des Rankings. Köln und Berlin folgen mit jeweils 26 Prozent auf Rang 11 und 13. Jeweils um die 70 Stunden verlieren Pendler hier bei einem 30 minütigem Arbeitsweg durchschnittlich im Jahr.

Als Grundlage für seine Berechnungen dienten TomTom die Daten von Millionen von Navigationsgeräten der Firma. Diese werden mit Einverständnis der Nutzer etwa bei System-Updates an den Hersteller übermittelt.

TomTom Stau-Index: Die Top 10

Rang Stadt Land Stau-Level
1. Warschau Polen 42 %
2. Marseille Frankreich 41 %
3. Rom Italien 34 %
4. Brüssel Belgien 34 %
5. Paris Frankreich 32 %
6. Dublin Irland 30 %
7. Bradford-Leeds Großbritannien 28 %
8. London Großbritannien 27 %
9. Stockholm Schweden 27 %
10. Hamburg Deutschland 27 %

(Quelle: TomTom)

Wer ist die deutsche Stau-Hauptstadt?

Ist Hamburg also die deutsche Stau-Hauptstadt? Nicht unbedingt, denn in seinem Ranking berücksichtigte TomTom lediglich die Hauptstädte und Großstädte mit mehr als 800.000 Einwohnern. Daher lohnt es, die Daten anderer Studien zum Vergleich heranzuziehen. Die Analysten der Verkehrsinformationsfirma Inrix etwa analysierten im Juni 2012 nach ähnlicher Systematik 21 deutsche Städte und das Ruhrgebiet.

Auch sie werteten dafür Datenquellen wie Navigationsgeräte und Smartphones aus. In ihrem Ranking landet Stuttgart mit einem Inrix-Index von 20,3 Prozent auf dem ersten Rang. Das heißt, dass eine Fahrt, die bei störungsfreien Zeiten 30 Minuten dauert, zu Stoßzeiten im Durchschnitt 36 Minuten dauert, also 20 Prozent mehr. Auf Platz zwei und drei des Rankings folgen Köln und Hamburg mit Inrix-Indexen von 19,8 und 18,2.

Inrix-Index: Die deutschen Top 10

Rang Stadt Inrix-Index
1. Stuttgart 20,3
2. Köln 19,8
3. Hamburg 18,2
4. Düsseldorf 17,2
5. Karlsruhe 15,8
6. Ruhrgebiet 15,7
7. Saarbrücken 15,4
8. Freiburg im Breisgau 14,3
9. Bonn 14,1
10. München 13,7

(Quelle: INRIX)

Die Top-Stautage in Deutschland

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Als Autofahrer interessiert nun natürlich die Frage: Wie kann ich diese Staus vermeiden? Ein Blick auf die Statistiken von Inrix verrät die Haupt-Stoßzeiten, die es zu umfahren gilt. Als unangefochtene Stau-Höhepunkte in den untersuchten Städten dürfen demnach Freitage zwischen 15 und 16 Uhr gelten. Mit wenig Abstand folgen wenig überraschend die typischen Pendlerzeiten montags bis donnerstags zwischen 7 und 9 Uhr sowie zwischen 16 und 17 Uhr. Zu diesen Zeiten erwartet Sie im Durchschnitt fast 14 Minuten Stau.

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8 Meinungen zu "Die Stau-Höllen Europas"

  • Lebreton
    Mittwoch, 11.07.2012, 11:58 Uhr
    naja in paris ist es gut möglich das man für 40km 4std. braucht... da ist man fast zu fuß schneller.. aber man hock nicht so bequem.. naja dafür stirbt jeder 2te mittlerweile an lungen krebs.. so müssen sich die armen kerle nicht zu lang im stau abplagen. :D
  • Lebreton
    Mittwoch, 11.07.2012, 11:53 Uhr
    LOOOOOOL wer hat den größten diskusion wieder
  • Groppe
    Mittwoch, 11.07.2012, 11:47 Uhr
    Die Statistik zu den Deutschlandstädten kommt von einer anderen Firma: http://www.inrix.com Also nicht gleich über Tom-Tom herziehen...
  • 19baerchen62
    Mittwoch, 11.07.2012, 09:49 Uhr
    Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen, wer sich bei so was auf Tom - Tom verlässt der ist verlassen. Wen in der Top-Ten von Deutschland noch nicht einmal Frankfurt aufgeführt ist, dann ist das für mich einfach nur lächerlich und ein weiterer Beweis für die schlechte Qualität von Tom - Tom. Übrigens hatte ich auch ein Tom - Tom, nachdem ich aber Nachts anstatt vor meinem Hotel auf Rügen am Strand gelandet bin habe ich es entsorgt.
  • Loriot123
    Mittwoch, 11.07.2012, 09:33 Uhr
    @ichleselieberfaz: Volle Zustimmung meinerseits! Ich würde neben Mailand und Paris auch noch den GR London dazu nehmen, mit dem Auto geht da eigentlich zu keiner Tageszeit was vorwärts, deshalb auch die volle Überlastung von tube und railway. München ist auch die totale Katastrophe und für mich dort Lebenden die Staustadt Nummer 1 in Deutschland mit einem Einzugsgebiet von ca. 100km an Einpendlern täglich aus intensiv bewohnten Gebieten und aus sämtlichen Richtungen. Ich habe neulich vom Bahnchef gehört, daß die jetzt anfangen, ein Mietwagennetz an den Bahnhöfen aufzubauen. ENDLICH!! Ich habe mich seit 10 Jahren gefragt, warum die ihre Exklusivstellung nicht nutzen und dieses den Leuten anbieten, die an einem Bahnhof ankommen und dann aber ohne PKW etc. dastehen für die letzten Kilometer. (Taxi zu teuer/Trampen nicht mehr in;-)) Meiner Meinung nach würde sich die Nutzung der Bahn und des ÖPNV erhöhen, wenn der Anschluss besser organisiert wäre. MfG
  • Groppe
    Mittwoch, 11.07.2012, 08:48 Uhr
    Ich habe keinen Stau, ich fahre mit dem Rad zur Arbeit :-P
  • mecky65
    Mittwoch, 11.07.2012, 07:45 Uhr
    Die haben es einfach nicht drauf das Straßen- Schienennetz so zu bauen, das alle Leute gleich gut durchkommen. Wenn das doch schon seit vielen Jahren so ist, verstehe ich nicht, warum nichts dagegen getan wurde. Es ist doch schon seit Jahren bekannt, dass allein der LKW Verkehr drastisch ansteigen wird. Wichtiger ist es ja, Geld in so ein blödes Stadtarchiv oder wie in Hamburg in die Elbphilarmonie zu stecken. Was man da hätte für Strassen von bauen können. Kopfschüttel!
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