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18.05.2012, 09:47 Uhr

Premium-Kompakter für kinderlose Warnwestenfreunde

in Kooperation mitAuto-News

Schräghecklimousinen der Kompaktklasse gibt es wie Sand am Meer: Fast 30 verschiedene Modellreihen werden angeboten. Beschränkt man sich jedoch auf Premiumangebote, dann wird die Auswahl übersichtlich.

Im Wesentlichen bleiben derzeit nur noch der Audi A3, der BMW 1er und der Volvo C30 übrig - die Mercedes A-Klasse ist erst in der neuen, bald startenden Generation eine Option. Bei Audis Kompaktmodell startet im August 2012 die neue Generation. Wir haben sie bereits jetzt getestet.

Zum Start nur drei Motoren

Der neue A3 ist das erste Fahrzeug des VW-Konzerns, das auf dem Modularen Querbaukasten basiert. Eine Konsequenz dieses Layouts für Autos mit quer eingebautem Antriebsaggregat: Der Motor wird um zehn Grad nach hinten geneigt eingebaut. Dadurch und durch die besonders kompakten Aggregate kann die Vorderachse um vier Zentimeter nach vorne rutschen, und der Überhang wird kürzer.

Unter die Haube kommen zum Marktstart der 1.4 TFSI mit 122 PS, der 1.8 TFSI mit 180 PS und der 2.0 TDI mit 150 PS. Ein 1.6 TDI mit 105 PS, ein 1.4 TCNG mit 110 PS sowie eine Hybridvariante sind in Vorbereitung. Wir wählten den Topbenziner in der etwas später startenden Version mit Sechsgang-Handschaltung - zum Marktstart gibt es den 1.8 TFSI nur mit dem Doppelkupplungsgetriebe S tronic.

Kernig bei höheren Tourenzahlen

Der Turbobenziner des 1.8 TFSI wirkt auf den ersten Blick fast schon bürgerlich. Man fährt damit automatisch sehr brav. Dass 180 PS unter der Haube stecken, merkt man erst bei höheren Drehzahlen. Dann macht das Aggregat richtig Spaß, verwöhnt auch mit kernigem Klang.

Für die Standardaufgabe Tempo-100-Sprint benötigt der A3 1.8 TFSI S tronic 7,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 232 km/h. Den Verbrauch der S-tronic-Version - die Daten für die Handschaltervariante stehen noch nicht fest - gibt Audi mit 5,6 Liter je 100 Kilometer an. Kein schlechter Wert. Beim Spritsparen helfen serienmäßig eine Start-Stopp-Automatik, eine Bremsenergie-Rückgewinnung und eine Gangwahlempfehlung.

Straffes Sportfahrwerk

Das in unserem Fahrzeug verbaute optionale Sportfahrwerk macht das Auto straff und zuweilen etwas hart, ohne ins Extrem zu gehen. Die elektromechanische Servolenkung gibt ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Die Auswirkung des optionalen drive-select-Systems sind minimal und daher auf einer kurzen Ausfahrt nicht spürbar. Per Schalter können damit das Motormanagement, die Servolenkung sowie die Arbeitsweise von verschiedenen optionalen Systemen wie der S tronic in verschiedenen Modi beeinflusst werden. Die Parkbremse wird serienmäßig über eine Taste eingelegt und wieder gelöst.

Zwei USPs

Die vier auffälligen Luftausströmer sind - allerdings nur optional - jeweils von einem schickem Chromring umgeben, der satt läuft und in den Endstellungen (Auf/Zu) mit einem Klick einrastet. Eine weitere Besonderheit: Durch Ziehen oder Drücken am Mittelteil einer Düse lässt sich der Luftstrom von konzentriert bis diffus verstellen.

Die bei unserem Modell montierten Sportsitze bieten guten Seitenhalt. Hinten ist der Sitzkomfort aber eher mau. Nach oben ist zwar genug Platz, aber die Kniefreiheit ist sehr begrenzt. Die hinteren Fenster lassen sich beim Dreitürer nicht öffnen. Neben den speziellen Luftausströmern hat der A3 noch eine weitere Unique Selling Proposition (USP): ein Spezialfach für die Warnweste. Es wurde so in der Rückbank untergebracht, dass man von vorn her Zugriff darauf hat, indem man zwischen den Vordersitzlehnen durchfasst.

Wenig Kofferraum

Der Kofferraum bietet nun 365 bis 1.100 Liter. Besonders das Maximalvolumen bei umgeklappten Rücksitzen und dachhoher Beladung ist gering. Ein VW Golf bietet mit 350 bis 1.305 Liter deutlich mehr. Beim Umklappen entsteht im Audi kein ebener Ladeboden. Serienmäßig gibt es einen Einlegeboden, der sich in zwei unterschiedlichen Niveaus einsetzen lässt.

Er überzeugt nicht: Erstens bleibt auch in der oberen Position noch eine Schwelle bestehen und zweitens lässt er sich nur mit Mühe positionieren - was beim VW Polo mit einer Hand spielend leicht gelingt, erfordert beim Premium-Fahrzeug A3 etwas Frickelei. Man spürt beim Kompakt-Audi, dass Fond und Kofferraum nicht zu den Prioritäten gehören: Mit dem Auto zielen die Ingolstädter nach eigener Aussage auf Singles, kinderlose Paare und Paare, deren Kinder aus dem Haus sind.

26.000 Euro

Den A3 gibt es in den Ausstattungen Attraction, Ambition und Ambiente. Für die gefahrene Version 1.8 TFSI Attraction mit Handschaltung bezahlt man 26.000 Euro. Zum Vergleich: Ein BMW 120i mit 170 PS kostet 26.550 Euro, wobei eine Klimaanlage aber noch nicht an Bord ist. Andere Premiumangebote mit vergleichbarer Motorisierung gibt es zur Zeit nicht. Ein VW Golf GTI mit 210 PS kostet 27.700 Euro. Beim A3 kann man bereits mit der Basisausstattung gut auskommen.

An Bord sind sieben Airbags inklusive Fahrer-Knieairbag, ein ESP, elektrisch einstellbare Außenspiegel, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne sowie ein CD-Radio mit MP3-Unterstützung und Aux-Eingang. Wer will, kann seine Bestellung durch eine schier endlose Zahl von Elektronikhelfern, vom Abstandstempomaten bis zum Einparkassistenten, teuer machen. Auch viele andere Extras, wie Xenonlicht, adaptive Stoßdämpfer, eine Lederausstattung, ein sündteures Navigationssystem samt Touchpad ein oder ein Glasschiebedach, können bestellt werden. Die S tronic kostet 1.800 Euro Aufpreis.

Alle News vom: 18. Mai 2012 Zur Übersicht: Auto

3 Meinungen zu "Wie schlägt sich der Audi A3?"

  • Jupiedu
    Montag, 04.06.2012, 15:11 Uhr
    Premium hin, premium her - Auch wenn die heutigen Autos alle eng beieinanderliegen, so punktet Audi mit einem tollen Desin und dem guten Image. Ich fahre selbst einen A 3, Bj.99', und finde ihn immer noch sehr elegant. Den fahre ich wahrscheinlich noch in 10 Jahren...
  • giantm
    Samstag, 19.05.2012, 11:30 Uhr
    Da muss ich meinem Vorredner Recht geben. Ich fahre ein zwölf Jahre altes BMW E46 Coupe (323ci) und bin immer noch von dem Wagen begeistert. Er ist absolut zuverlässig, sparsam und günstig im Unterhalt. Ich versuche aber zunehmen was für die Umwelt zu tun und fahre deutlich weniger. Ich vermisse aber die Zeit, wo ein Coupe noch zwei Türen hatte und es noch keine viertürigen Coupe-Limousinen-SUV`s gab. Und ich denke, ich mache mehr für die Umwelt, wenn ich mein Auto noch einige Jahre fahre. Denn die Herstellung eines Neuwagens schadet auch der Umwelt. Es nervt mich, das alle Hersteller ein Nieschenprodukt für ein Nieschenprodukt bauen. Sprich immer mehr Automodelle auf den Markt bringen, was zunehmend die Umwelt belastet. Mitlerweile ist es mit dem Neuwagenkauf wie mit dem erwerb eines PC`s, ist man aus dem Laden ist das Ding schon alt. Desweiteren sehe ich auch noch keine alternativen Antriebe. Wenn der Strom wenigstens entlich mal aus erneuerbaren Energien kommen würde, wäre das wenigstens schon ein guter Anfang...............Ich denke wir Autofahrer werden immer zur Kasse gebeten, auch wenn des deutschen liebstes Kind in Zukunft mit Luft und Liebe fährt. Dann bezahlen wir wie gewohnt Unsummen an Steuern, Versicherung, Mautgebühren, Parkgebühren und auch Luft und Liebe wird weiterhin sündhaft teuer. Ein eigenes Auto zu besitzen ist und wird immer ein gewisser Luxus sein. Da ist es auch egal ob ich Porsche oder Fiat Panda fahre. Es ist und bleibt teuer..........Also weiterhin gute Fahrt!
  • lixan
    Freitag, 18.05.2012, 12:44 Uhr
    "Fast 30 verschiedene Modellreihen werden angeboten. Beschränkt man sich jedoch auf Premiumangebote, dann wird die Auswahl übersichtlich." - Schwachsinn erster Güte! Heutzutage liegen die aller meisten Kfz auf annähernd gleichem Niveau und verwenden oft auch identische Bauteile unter dem Blech. Wo also bitte kann hier noch von "Premium" die Rede sein?! Und gerade bei einem A3, bei dem das Meiste hinter dem Giga-Liner-Grill aus dem Hause VW stammt, von Premium zu sprechen, kann ja nur ein geschmacksloser Scherz sein! Anstatt sich selbst zum "Premium"hersteller zu ernennen und entsprechende Pressetexte rauszuhauen, sollten unsere "Premium"hersteller lieber mal zusehen, dass sie mit der Zeit gehen! Denn es stehen die nächsten Jahrzehnte grundlegende Änderungen in Sachen Mobilität an und wer hier pennt wird sich später noch gewaltig umsehen! Aber es ist halt viel schöner bequem Pauschalmillionen vom Staat zu kassieren zur angeblichen Entwicklung von Alternativantrieben, von denen ich mich frage, wo diese denn bleiben. Bisher sehe ich außer ein paar Imagehybriden und ähnlichem nicht viel ernsthafte Bemühungen in diese Richtung. Dagegen jede Menge Protzkarossen aus Ingoldstadt, München und Stuttgart. Und natürlich jede Menge Imagewerbung - um die gläubigen Premium&Image-Jünger bei Laune zu halten. Ich fürchte, dass so mancher heute schillernder Hersteller schon in wenigen Jahrzehnten kräftig Sterne sehen wird, Nierensteine bekommen und Ringe unter den Augen haben wird. Schade.
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