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26.06.2012, 16:30 Uhr

Nicht nur sicher, sondern auch schön

in Kooperation mitAuto-News

Verona (Italien), 15. Juni 2012 - "Haben Sie alle neuen Systeme ausprobiert?", fragt mich einer der schwedischen Entwickler. "Fast alle, der Fußgänger-Airbag fehlt noch. Ich habe nur die vorgesehene Versuchsperson noch nicht gefunden." Der Schwede lächelt und versteht den kleinen Scherz. Natürlich geht es nicht soweit, dass ich die neueste technische Errungenschaft des Volvo V40 in der Praxis ausprobieren kann. Der Fußgänger-Airbag gehört ohnehin zu den Systemen, die man hoffentlich immer nur theoretisch erleben wird. Doch wieder einmal erweist sich Volvo als Pionier beim Thema Sicherheit. In Kombination mit einem nicht alltäglichen Design will das brandneue Kompaktmodell V40 gegen Audi A3, BMW 1er und Mercedes A-Klasse punkten.

Schutz für Außenstehende statt für Insassen

Der V40 ist das erste weltweit erste Fahrzeug, das über einen Fußgänger-Airbag verfügt. Das Besondere daran ist nicht nur die Neuigkeit an sich, sondern die Tatsache, dass dieser Airbag nicht die Insassen schützt, sondern Außenstehende. "In Zukunft soll kein Mensch mehr in einem oder durch einen neuen Volvo zu Tode kommen oder eine schwere Verletzung erleiden", so lautet ab sofort das Volvo-Dogma zum Thema Sicherheit. Aktiv ist der Fußgänger-Airbag zwischen 20 und 50 km/h, also jenem Geschwindigkeitsbereich, bei dem es im Stadtverkehr am häufigsten zu Unfällen mit Fußgängern kommt. Bei einer Kollision mit einer Person wird die nach vorne öffnende Motorhaube zunächst um zehn Zentimeter angehoben. Gleichzeitig breitet sich innerhalb von 50 Millisekunden ein u-förmiger Luftsack aus und legt sich auf den unteren Teil der Windschutzscheibe und die beiden A-Säulen. Damit werden die Karosserieteile abgedeckt, die ein besonders hohes Risiko für schwere Kopfverletzungen bieten. Der mittlere Teil der Windschutzscheibe bleibt frei, weil er im Kollisionsfalle vergleichsweise "weich" ist und nachgibt.

Noch viele weitere Assistenten

Neben dem Fußgänger-Schutz sind beim V40 auch Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie ein Knie-Airbag für den Fahrer Serie. Ebenfalls immer an Bord ist der Notbremsassistent City Safety, der jetzt bis 50 statt bis 30 km/h aktiv ist. Noch mehr Sicherheit bieten auf Wunsch ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, ein Totwinkelwarner, ein Spurhalteassistent mit Lenkunterstützung, ein Abstandstempomat und ein Müdigkeitswarner. Der Cross Traffic Alert erfasst beim rückwärts Ausparken den Querverkehr hinter dem Fahrzeug im Umkreis von bis zu 30 Meter und warnt bei Gefahr akustisch. Als weitere Helferlein stehen schließlich eine Verkehrszeichen-Erkennung, ein aktiver Einparkassistent und ein Fernlichtassistent zur Verfügung.

Design mit Tücken

Der V40, der sukzessive die Modelle C30, S40 und V50 ablöst, sieht auf den ersten Blick wie ein Kombi aus, ist aber als Schrägheckmodell mit weit nach hinten gezogenem Dach konzipiert. Optisch greift der 4,37 Meter lange Fünftürer mit zahlreichen Kanten und geschwungenen Linien das Design von V60 und XC60 auf. Das zeigt sich etwa an den Scheinwerfern, der aufsteigenden Gürtel-, der abfallenden Dachlinie oder den lang gezogenen Rückleuchten. Doch wie so häufig hat ausgefallenes Design auch seine Tücken. Nach hinten ist der V40 mit kleinen Fenstern und mächtigen D-Säulen ausgesprochen unübersichtlich. Der Kofferraum fasst mit 335 bis 1.032 Liter weniger als Audi A3 (365 bis 1.100 Liter) und BMW 1er (360 bis 1.200 Liter), eine ebene Ladefläche wird nur in Kombination mit dem optional erhältlichen Einlegeboden erreicht. Beim Einsteigen in den Fond muss man aufpassen, sich den Kopf nicht zu stoßen. Will man hinten aufrecht sitzen, sollte man zudem nicht größer als 1,75 Meter sein. Der Mittelplatz ist nur als Notsitz zu gebrauchen.

Nüchtern-elegantes Cockpit

Der vordere Teil der Kabine überzeugt deutlich mehr, Raumangebot, Sitzkomfort und Verarbeitung stimmen. Der nüchtern-elegante Stil mag manchem zu puristisch sein, Volvo-Fans lieben genau dieses typisch skandinavische Ambiente ohne große Schnörkel. Details wie der beleuchtete Schaltknauf, die LED-Ambientebeleuchtung oder der rahmenlose Innenspiegel unterstreichen den Premiumanspruch. Auf ein Bedienkonzept mit Dreh-/Drückknopf verzichten die Schweden weiterhin, dafür ist die frei schwebende Mittelkonsole mit einer Vielzahl an Schaltern übersät. Die Handbremse arbeitet ausschließlich mechanisch, eine elektrische Variante ist nicht im Programm. Auf Wunsch steht eine digitale Instrumentenanzeige zur Verfügung. Tacho, Drehzahlmesser, Bordcomputer und weitere Informationen lassen sich hier in drei unterschiedlichen Layouts darstellen - eine nette Spielerei, mehr nicht.

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