Ab auf die Piste: Renault Mégane Coupé R.S. im Test
in Kooperation mit
26 PS mehr als der Vorgänger
Auch wenn man sich beim französischen Hersteller selbst nicht ganz einig zu sein scheint, so wurde uns für den Mégane die Schreibweise "R.S." als einzig korrekte dargelegt. Das Kürzel steht für das Tochterunternehmen "Renault Sport", das unter anderem für die Motorsportaktivitäten der Marke verantwortlich ist. Bereits von der bis 2008 gebauten zweiten Mégane-Generation gab es ein R.S.-Modell, das es auf 224 PS brachte. Auch eine sportliche Dieselversion mit 173 fuhr mit dem R.S.-Label. Im Gegensatz zum Vorgänger ist das neue Topmodell ausschließlich in der dreitürigen Coupé-Variante zu haben, die schon in der Standardausführung deutlich stylischer und dynamischer auftritt als der fünftürige Bruder.
Zurückhaltend oder kernig
Angetrieben wird der - gemeinsam mit dem Laguna Coupé 3.5 V6 - schnellste Renault im aktuellen Modellprogramm von einem Vierzylinder-Turbo mit zwei Liter Hubraum. Bei zurückhaltender Fahrweise agiert das Triebwerk zahm und leise. Beim beherzten Tritt aufs Gaspedal bietet der Sport-Mégane jedoch kernigen, leicht grummeligen Motorsound, wie man ihn sich wünscht. Bereits ab 1.900 Umdrehungen stehen 80 Prozent des Durchzugsvermögens parat, ab 3.000 Touren liegt dann das maximale Drehmoment von 340 Newtonmeter an. Nur bei Vollgas hat der Fronttriebler leichte Schwierigkeiten, die Leistung über die beiden Vorderräder sicher auf den Asphalt zu bringen. Die Fahrleistungen können sich sehen lassen: Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 245 km/h erreicht, in zügigen 6,1 Sekunden gelingt der Sprint auf Tempo 100. Damit spurtet der Dreitürer fast eine halbe Sekunde schneller als ein Scirocco R (6,5 Sekunden) und drei Zehntel besser als der Seat Léon Cupra (6,4 Sekunden). Renault gibt für den R.S. einen Durchschnittsverbrauch von 8,4 Liter Super an. Fasst man den französischen Kompakt-Sportler jedoch nicht mit Samthandschuhen an, müssen zweistellige Werte einkalkuliert werden.
Sport- oder Cup-Fahrwerk
Die direkt arbeitende Lenkung sowie die kurz abgestufte, manchmal allerdings etwas hakelige Sechsgang-Schaltung harmonieren gut mit dem schnell ansprechenden Antrieb. Der Mégane Coupé R.S. ist serienmäßig mit einem Sportfahrwerk ausgestattet, das einen gelungenen Kompromiss aus Dynamik und Alltagstauglichkeit darstellt. Wer es richtig straff mag oder auch gerne mal auf die Rennstrecke geht, der kann für 1.600 Euro das Cup-Paket ordern: Neben dem Cup-Fahrwerk mit deutlich härterer Feder- und Dämpferabstimmung beinhaltet es eine Differenzialsperre an der Vorderachse, schwarze 18-Zoll-Felgen, rot lackierte Bremssättel und geschlitzte Bremsscheiben. Für den Einsatz auf der Rennstrecke ist dieses Paket in der Tat empfehlenswert, wie wir uns selbst auf einem abgesperrten Rundkurs überzeugen durften. Auf öffentlichen Straßen, die zudem mit Unebenheiten und Schlaglöchern versehen sind, ist diese Abstimmung dann für längere Fahrten aber doch etwas zu hart.
Dreistufig einstellbares ESP
Auch das dreistufige ESP ist für eine äußerst sportliche Fahrweise ausgelegt. Wechselt man vom "Normal"- in den "Sport"-Modus, greift das Stabilitätsprogramm erst deutlich später ein. Gleichzeitig erlaubt die Traktionskontrolle zum zügigen Beschleunigen mehr Schlupf. Das Gaspedal spricht noch schneller an und das ABS greift später ein - das alles soll bessere Rundenzeiten ermöglichen. Auf Knopfdruck lässt sich das ESP auch komplett deaktivieren. Für eine standesgemäße Verzögerung sorgt eine Bremsanlage aus dem Hause Brembo: Vorne kommen innenbelüftete Scheiben mit einem Durchmesser von 340 Millimeter und Vierkolben-Bremssätteln zum Zuge, hinten verrichten 290-Millimeter-Scheiben und Einkolben-Bremssättel ihre Arbeit und packen ordentlich zu.
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