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22.02.2010, 11:31 Uhr

Frei-Stil: Maserati GranCabrio im Test

in Kooperation mitAuto-News

Rom - Das Grollen und Brummen ist auf einmal so gedämpft. Das Dach macht den Innenraum des Wagens deutlich leiser. Wir sind unterwegs im Maserati GranCabrio, dem ersten vollwertigen Viersitzer der Marke, der seine Insassen mit einem Stoffverdeck vor Wind und Wetter schützt.

Sportliche Linie

Das GranCabrio basiert auf dem von Pininfarina gezeichneten Coupé GranTurismo, das uns nach wie vor mit seinem Aussehen in den Bann schlägt. Als Cabrio trägt der Wagen eine Mütze aus Stoff, die sich flach über die Insassen spannt und ihn somit schick aus dem Blech schauen lässt. Das 60 Kilogramm schwere Dach stammt vom deutschen Zulieferer Edscha und soll sich in 28 Sekunden öffnen oder schließen lassen. Auf unserer Stoppuhr stand der Zeiger bei immer noch erträglichen 31 Sekunden still.

Für die Golfplatzreise

Unterm geschlossenen Dach des GranCabrio geht es uns gut: Vorne genießen wir richtig viel Kopffreiheit. Allerdings wird diese von größeren Passagieren auf den hinteren Sitzen vermisst. Diese lassen sich wiederum leichter erreichen, wenn das Dach geöffnet ist. Tatsächlich passen vier Erwachsene in den Wagen, allerdings wird es dann in Sachen Beinfreiheit für alle etwas beengt. Das serienmäßige Ledergestühl gibt Halt auch auf langen Strecken und gegen Aufpreis baut Maserati für die hinteren Sitze spezielle Gepäckhalte-Gurte ein - nicht nur bei einem Cabrio eine gute Idee, wie wir finden. Zumal der Kofferraum naturgemäß geschrumpft ist: Da das Verdeck in einem eigenen Heckabteil schlummert, gehen vom Gepäckraum unverrückbar 87 Liter verloren - übrig bleiben 137 Liter. Für zwei Golfbags soll das reichen - und auf Parkplätzen vor Golfanlagen wird sich das GranCabrio öfter aufhalten.

Für Nichtraucher

So ein Maserati ist serienmäßig beinahe komplett ausgestattet. Allerdings gibt es eine Kleinigkeit nicht mal gegen Aufpreis: einen Zigaretten-Anzünder. Uns fällt das nur auf, weil der Knopf zum Öffnen des Daches unter einer schmalen Schiebe-Abdeckung ruht. Unter dieser steckt ebenfalls die Zigarettenanzünder-Buchse. Allerdings schließt die Abdeckung mit der Buchse bündig ab, so dass dort gar kein Platz mehr für einen Zigarettenanzünder wäre. Ebenfalls abwesend: Fensterheberknöpfe für die hinteren Fenster. Zwar lassen sich alle Fenster unabhängig voneinander öffnen und schließen, aber die Hoheit über den Fond hat in diesem Fall ausschließlich der Fahrer. Und alle Fenster lassen sich nur über den Dach-Öffnungs-Knopf gleichzeitig öffnen oder schließen. Und ob das Dach offen oder geschlossen ist: Hinter den Fond-Kopfstützen schnellen im Falle eines Überschlags in 190 Millisekunden Überrollbügel heraus.

Cruiser-Lenkung

Unser Cabrio lässt sich sauber um die Kurven der Hügellandschaft in der Umgebung von Rom führen. Allerdings ist die Weichheit der Lenkung für einen Wagen der sportlich sein will, gerade noch akzeptabel. Rückmeldung und Präzision gehen in Ordnung, scheinen aber eher für einen sportlichen Cruiser als für einen echten Sportler ausgelegt zu sein. Die Bremsen passen genau richtig und sind neuerdings mit einem hydraulischen Bremsassistenten ausgerüstet, der beispielsweise den Bremsweg aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h um 7,6 Meter verkürzt.

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