Sparsamer Ritt: Der neue VW Golf BlueMotion im Test
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Der Zwang zur Sparsamkeit
Viele Gründe sprechen inzwischen dafür, beim Kraftstoff zu knausern: Der Sprit wird immer teurer, zudem stehen die Autokonzerne, darunter auch VW, unter dem umweltpolitischen Druck der EU, ihre Flottenverbräuche möglichst zügig zu senken. Der Elektroantrieb ist momentan noch nicht das Ei des Kolumbus, sodass sich VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg sicher ist: "Über mindestens 15 bis 20 Jahre werden die Verbrennungsmotoren definitiv dominant bleiben." Das Zauberwort der Wolfsburger in Sachen Effizienz heißt "BlueMotion".
Darfs ein bisschen mehr sein?
Doch es gilt zu unterscheiden: Hinter BlueMotion stecken Dieselfahrzeuge, die extrem auf Sparsamkeit getrimmt sind. Im Moment sind das der Polo, der Golf sowie Passat Limousine und Variant. Dann gibt es noch die Zusatzausstattung BlueMotion Technology: Hier kommt weniger Spartechnik zum Zuge, dafür sind die Maßnahmen für fast alle Modellreihen erhältlich. Es gibt sie für Diesel und Benziner, je nach Modell differiert die eingesetzte Technik. Wir würden uns allerdings wünschen, dass diese Option ähnlich wie bei BMW serienmäßig ist, zumal die Namensähnlichkeit unnötig verwirrt.
Sportlicher Look
Für unseren Test wählen wir den Golf BlueMotion, um das Sparsamkeits-Versprechen zu prüfen. Die Neuauflage kommt deutlich dynamischer als der Vorgänger daher. Dafür sorgen neben einem geänderten Kühlergrill mit Extra-Chromleisten auch abgedunkelte Rückleuchten. Echte Überraschungen sind die betont sportliche Optik der Stoßfänger und Schwellerverbreiterungen im R-Line-Design sowie ein Dachspoiler im GTI-Look. Der viele Kunststoff dient aber nicht zu Showzecken, sondern hilft, die Aerodynamik zu optimieren. Keine großen Unterschiede gibt es im Innenraum, einzig sichtbares BlueMotion-Merkmal sind Sitzbezüge mit blauen Elementen.
Nur keine Hemmungen
Im Vergleich zum Vorgänger weist der neue Golf BlueMotion die gleiche Leistung von 105 PS auf, jetzt wird die Kraft aber aus 1,6 Liter Hubraum statt der bisherigen 1,9 Liter geholt. Damit einher geht der Wechsel vom ruppigen Pumpe-Düse-Prinzip hin zur Common-Rail-Technik. Tatsächlich verrichtet der Selbstzünder sein Werk angenehm laufruhig, doch zwei Geräusche wecken die Aufmerksamkeit des Fahrers. Erstens: Der brummige Unterton bei niedrigen Drehzahlen. Aufgrund des lang übersetzten Fünfgang-Getriebes sind stadtgerechte 50 km/h nur im vierten Gang möglich. Dann pendelt die Nadel des Drehzahlmessers knapp über 1.000 Touren, gefühlsmäßig wähnt man die Maschine kurz vor dem Absterben. Doch die serienmäßige, manchmal etwas unschlüssig hin- und herspringende Schaltanzeige will es so und tatsächlich kann man auf diesem Niveau problemlos mitschwimmen. Zweitens: das Abrollgeräusch der Reifen. Montiert sind Leichtlaufgummis mit erhöhtem Fülldruck. Diese reagieren sensibler auf unterschiedliche Fahrbahnbeläge und melden sich vernehmbar zu Wort.
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