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13.06.2012, 16:07 Uhr

Düsenjäger mit Kofferraum

in Kooperation mitAuto-News

Radikal geschärft

Deutlich homogener beschleunigt der RS 4 Avant im Dynamic-Modus. Hier wechselt das Getriebe vom D- in den S-Modus und dreht die Gänge bis ans Limit von fast 8.500 Umdrehungen aus. Parallel dazu verhärtet die elektromechanische Lenkung spürbar, schon auf kleinste Lenkbewegungen sind Reaktionen feststellbar. Zu guter Letzt arbeiten die Stoßdämpfer in der höchsten Zugstufe, um das Ausfedern des Hecks zu minimieren. Damit liegt der RS 4 Avant zwar wie ein Brett auf der Straße, bietet aber auch ähnlichen Abrollkomfort wie ein Stück Holz, nämlich gegen Null gehend. Als guter Kompromiss aus Komfort und Sport bietet sich der Auto-Modus an, der sich dem Verhalten des Fahrers anpasst.

Ring-Renner

Seine wahren Stärken spielt der Dynamic-Modus des Audi RS 4 Avant bei einigen Runden auf dem Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg (nomen erst omen!) aus. In der hier gefahrenen Variante gesellt sich ein optionales Sportdifferenzial zum serienmäßigen Allradantrieb samt Kronenrad-Mittendifferenzial und radselektiver Momentensteuerung. In der Grundverteilung gehen 60 Prozent der Leistung an die Hinter- und 40 Prozent an die Vorderachse. Je nach Traktion können bis zu 85 Prozent ans Heck geliefert werden. Die Besonderheit des Sportdifferenzials: Es teilt die entstehenden Momente aktiv zwischen den Hinterrädern auf. Soweit die graue Theorie der Ingenieure, doch was bedeutet das auf der Piste? Weil der Asphalt von einsetzendem Regen immer feuchter wird, bleibt das ESP aktiviert, man könnte es bei Bedarf aber auch teilweise oder komplett ausschalten. Der elektronische Wächter hält sich angenehm lange zurück, sein Eingriff ist aber auch fast nicht nötig, so sicher liegt der gegenüber dem A4 Avant um 20 Millimeter tiefer gelegte RS 4 Avant auf der Strecke. Die aufpreispflichtigen Kohlefaser-Keramikbrensen sorgen bei Bedarf für brachiale Verzögerung.

Keine leichte Sache

Untermalt wird die Drehzahlorgie auf dem Red-Bull-Ring von Zwischengas-Sprotzeln beim Herunterschalten und einem dominanten V8-Sound. Wie auf den sprichwörtlichen Schienen lässt sich der RS 4 Avant um den Kurs treiben, dabei ist der Grenzbereich hoch angesiedelt. Er kündigt sich durch leichtes Übersteuern an, ein kurzer Gasstoß hilft bei der Stabilisierung des Wagens. Alles Paletti also? Nicht ganz: Speziell bei engen Kurven wollen die immerhin 1,8 Tonnen des RS 4 Avant mit Nachdruck in die Biegung gezwungen werden.

Wünsch dir was

76.600 Euro: Das ist nicht nur der Preis für etwas mehr als eine Flugstunde mit dem Eurofighter, sondern auch der Mindesteinsatz für den Audi RS 4 Avant. Zwar kommt das Ingolstädter Kraftpaket dank solcher Aufmerksamkeiten wie 19-Zoll-Alus, Xenon-Scheinwerfer, elektrisch einstell- und beheizbarer Vordersitze und einer Klimaautomatik nicht nackt daher, doch es ist noch viel Luft nach oben. Was darf es sein? 6.000 Euro für die Keramikbremse, 1.750 Euro für ein Navigationssystem oder 950 Euro für das Sportdifferenzial? In der Nische der leistungsstarken Mittelklasse-Kombis hat der RS 4 Avant freilich kaum Gegner zu fürchten. BMW bietet keinen M3 Touring an, von Mercedes kommt das T-Modell des 457 PS starken C 63 AMG zum Preis von 74.316 Euro. Etwas größer, aber auch deutlich stärker ist der Cadillac CTS-V Sport Wagon mit 564 PS für 82.570 Euro.

Alle News vom: 13. Juni 2012 Zur Übersicht: Auto

2 Meinungen zu "Der Audi RS 4 Avant im Test"

  • 4ringe
    Donnerstag, 21.06.2012, 13:14 Uhr
    Schade, dass es die Limo-Variante nicht mehr gibt :-( Ich hoffe, dass es wenigstens den RS6 als Limo geben wird. Aber, wenn Audi meinen sollte, dass der (mehr als geschmacklose, überteuerte Panamera-Abklatsch) RS7 die RS6 Limo ersetzt, dann platze ich!!
  • schieber1
    Donnerstag, 14.06.2012, 14:20 Uhr
    Braucht man ein solches sinnlos überteuertes Fahrzeug wirklich. Sicherlich, man wird viele überraschte Augen sehen wenn man mit dem Kombi auf der Autobahn dahinrauscht, doch mit dem kleinen Tank wird das nicht viel Freude bereiten. Jeder Fiat Panda ist eher am Ziel einer Langstrecke wie dieser Schlucker. Das ist dann natürlich schon sehr peinlich.
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