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16.05.2012, 13:02 Uhr

Tradition verpflichtet

in Kooperation mitAuto-News

Der Krach aus 16 Zylindern ist ohrenbetäubend - kommt mit seiner Urgewalt beinahe an den Geräuschpegel heutiger Formel-1-Boliden heran. Dabei fuhr der Wagen schon 1936 um Siege - mit bis zu 340 km/h.

Jetzt greift die belgische Rennfahrer-Legende Jacky Ickx in das dünne, aber riesige Steuer des Auto Union Typ C und fährt den Silberpfeil drei Runden über die anspruchsvollste aller Formel-1-Strecken durchs Fürstentum Monaco. Zwei Wochen vor dem Formel-1-Rennen findet hier nämlich der Grand Prix Historique statt - zum achten Mal.

Mit 24-Volt-Batterie

Audi pflegt seine Tradition und schaut gerne auf seine Wurzeln zurück. Da finden sich Werte, die auch heute noch hoch aktuell sind. Leichtbau und Aerodynamik sorgen nach wie vor für eine gute Performance in Kombination mit maßvollem Spritkonsum. Der Auto Union Typ C wiegt 824 Kilogramm und galt 1936 mit seiner geringen Stirnfläche und seinen abgerundeten Formen als windschnittig. Angeworfen wird der Wagen, der über 30 Weltrekorde aufstellte, elektrisch: Auf das Kurbelwellenende wird eine Elektrokurbel gesteckt, die ihre Energie von einer schicken 24-Volt-Batterie bezieht.

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Derjenige, der die elektrische Kurbel hält, sollte wegen oben genanntem Phänomen unbedingt Ohrenstöpsel tragen - der infernalische Klang bricht umgehend aus dem nur wenige Zentimeter entfernten Heck des Fahrzeugs. Jacky Ickx bleibt dabei übrigens vollkommen ruhig, steuert den Wagen aus der Zuschauer-Traube und gibt dann Gas. Verdursten wird der Typ C dabei nicht: Er kann bis zu 200 Liter Sprit mit sich führen.

Modern gestylt

Der Auto Union Typ C wirkt wie ein richtig großes Auto, was unter anderem an seinen offen liegenden und im Durchmesser üppig dimensionierten Rädern liegen wird. Mit 3,92 Meter ist der Renner fünf Zentimeter kürzer als ein VW Polo. Besonders modern wirken seine kurzen Überhänge. Als Antrieb kommt ein V16-Motor mit 520 PS zum Einsatz, das maximale Drehmoment von 853 Newtonmeter liegt bereits bei 2.500 U/min an. Gebändigt werden diese enormen Kräfte mithilfe von Trommelbremsen.

Gerast wurde schon immer

Der Grand Prix Historique wird von originalen Rennwagen aus den Jahren 1925 bis 1978 bestritten. Dabei werden aus Fairnessgründen Jahrgangs-Gruppen gebildet. Wer nun denkt, Fahrer eines Wagens aus den 1920ern zuckeln wegen fehlender Anschnallgurte, fehlender Sicherheitslenksäule und fehlendem Überrollbügel langsam durch die Kurven, hat sich getäuscht: Verbissen hängen die Männer hinter den Lenkrädern. Mit aus den Fahrzeugen ragenden Ellenbogen treiben sie ihre störrischen Gefährte um die Ecken und geben dann sofort Vollgas - in Monaco will jeder gewinnen.

Deutsche machen mit

Auch einige Deutsche leisten sich dieses extrem exklusive Hobby: Frank Stippen ist mit einem Maserati 8CM von 1934 da, Willi Balz steuert einen Maserati 6CM von 1937, Rainer Ott pilotiert einen ERA B von 1936 und Klaus Lehr sitzt in einem Talbot Lago T26C von 1948. Etwas jünger sind die Fahrzeuge von Helmut Gassmann (Connaught B von 1954) und Wulf Goetze (Cooper T40 Bobtail von 1955). Willi Balz tritt in dieser Kategorie mit einem Maserati 250F von 1958 an.

Lutz Rathenow geht mit einem Veritas RS von 1948 ins Rennen und Wolfgang Friedrichs tritt mit einem Aston Martin DB3 von 1952 an. Die heißen Kisten aus den 1960ern und den 1970ern werden vorwiegend von Briten, Italienern, Franzosen und Amerikanern gefahren. Dank der Vielfalt der historischen Fahrzeuge und der auf unter 20 Runden begrenzten und damit kurzweiligen Rennen, reißt Grand Prix Historique auch nicht autoaffine Zuschauer sofort mit.

Alle News vom: 16. Mai 2012 Zur Übersicht: Auto

1 Meinungen zu "Alter Union dreht in Monaco auf"

  • Schudelschwuger
    Donnerstag, 17.05.2012, 17:02 Uhr
    Da möchte ich glatt mal einsteigen und selbst Gas geben, das wäre purer Spielspaß und ein tolles Erlebnis. Als Beifahrer von Michael Bartels bin ich schon mal im Maserati Quattrapuorte Renntaxi über den Hockenheimring im Renntempo gefahren. Eine geile Sache und Adrenalin pur.
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