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25.06.2009, 15:30 Uhr

Ein Charakterdarsteller feiert Bühnenjubiläum in Kooperation mit Auto-News

Im spartanischen Innenraum gibt es nur einen Fahrerairbag sowie vier mit strapazierfähigem Stoff oder Kunstleder bezogene Einzelsitze und Wasserablauföffnungen im Fußraum. Stets serienmäßig sind ein Laderaum mit Holzboden und eine manuelle Klimaanlage.

Sie wird recht umständlich über ein rustikales Handrad bedient. Auch der Fahrkomfort des Fahrzeugs fällt angesichts viel nackten Blechs rustikal aus, die Lautstärke ist deutlich höher als bei den komfortablen Serienmodellen. Trotz eines recht hohen Preises von 59.381 Euro ist das Interesse der Kunden laut Mercedes groß, sogar die Überführung in die Serie sei denkbar. Offenbar wünschen sich viele G-Freunde einen Mix aus maximaler Geländetauglichkeit und nur notwendigem Komfort.

Kein Wunder also, dass der Hersteller bereits über einen Mix aus 461er und 463er nachdenkt, zumal man so auch Fans des Land Rover Defender begeistern könnte, dessen Tage bereits gezählt sind. Allerdings dürfte dann der Preis eine tragende Rolle spielen, denn die knapp 60.000 Euro, die bislang ein G 350 CDI mindestens kostet, sind schon ziemlich happig. Schlusspunkt unserer Tour ist die Heimat aller G-Modelle, das Magna-Steyr-Werk in Graz. Hier sind bislang rund 200.000 Fahrzeuge vom Band gelaufen, der Anteil von Handarbeit liegt bei rund 70 Prozent. In einer Halle neben dem Werk sind sie alle ausgestellt: das Papamobil, der Paris-Dakar-Sieger von 1983, das Pur-Sondermodell, eine gepanzerte Version, ein Dreiachser und natürlich die Militär-Geländewagen.

Ein (aus heutiger Sicht pikanter) Militär-Auftrag stand auch am Beginn der Laufbahn des G: Im Jahr 1975 orderte der Schah von Persien, Großaktionär von Daimler-Benz, 20.000 Fahrzeuge. Doch als die Produktion begann, war der Schah gestürzt, die Revolutionsregierung stornierte den Auftrag. Dennoch setzen viele Armeen der Welt auf den G, allerdings steigen mit zunehmenden Einsätzen in Krisenherden auch die Anforderungen, so verlangt die Bundeswehr inzwischen eine Panzerung.

Apropos Panzerung: Auch für Privatkunden wird eine solche angeboten, in der Beschussklasse B6/B7 halten viermal so dicke Scheiben wie sonst üblich sogar dem Beschuss aus Panzerfäusten stand. Hier bietet die Konstruktion des G sogar besondere Vorteile: Der Rahmen verträgt das höhere Gewicht, die plane Frontscheibe erleichtert den Einsatz von Panzerglas, weil eine Wölbung die Sicht nach außen erschwert.

Da wir gerade beim Thema Schutz sind: Nach Aussagen von Mercedes wird an ein Produktionsende des G nicht gedacht, ganz im Gegenteil: Vor kurzem startete der Verkauf in China. Dort ist besonders der G 55 AMG beliebt. Zudem wird weiter am G geforscht und verbessert. Hauptthemen sind Fußgänger- und Insassenschutz sowie Abgasnormen. Die Euro-5-Hürde soll bereits genommen sein, auch Euro 6 erscheint machbar. Bei den Motoren will man einen Einsatz des neuen 2,2-Liter-Turbodiesels mit Stufenaufladung nicht generell ausschließen. So verwundert es kaum, dass Daimler-Boss Dieter Zetsche schon auf die Zahl 40 schielt: "Vielleicht feiern wir ja in zehn Jahren den nächsten runden Geburtstag."

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4 Meinungen zu "Ein Charakterdarsteller feiert Bühnenjubiläum"

  • klangkonzepte68
    Samstag, 27.06.2009, 12:24 Uhr
    Qualität setzt sich durch , fraglich nur warum Mercedes soo nach gelassen hat .
  • klangkonzepte68
    Samstag, 27.06.2009, 12:23 Uhr
    30 Jahre G-friertruhe , ich war bei der Vorstellung dabei , die war imposant und zwekmäßig veranstaltet
  • DerChecker
    Freitag, 26.06.2009, 13:20 Uhr
    Die G-Klasse ist so ziemlich der letzte echte Mercedes. Ein Auto das an Qualität und Ausdauer kaum zu überbieten ist. Bei der G-Klasse kommt auch nur "ausgereifte" Elektronik ins Programm.
  • Mossi
    Freitag, 26.06.2009, 11:29 Uhr
    Schön, daß es Fahrzeuge gibt die die Jahre überdauern. Die es trotz Sicherheits- und Umwelthysterie schaffen, ihren Charakter fast unverändert über 30 Jahre zu behalten. Das schaffen nur ganz wenige. Z.B. Land Rover. Oder Lada Niva. Oder UAZ-Hunter. Diese Autos sind im übrigen, die "echten Umweltaustos" Denn die meisten G-Modelle der ersten Jahre fahren heute immer noch. Stichwort "Umweltbilanz! Mir gefällt das Jubiläumsmodell. Zeigt es doch den betuchten Lifestylejunkies mit wie wenig "Spielkram" ein Auto auskommen kann. Hoffentlich bekommt keiner einen Muskelkater beim Herunterdrehen der Scheibe. (Achtung Geschäftsidee: Special Workouts for Classic- Cardrivers ;-)
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