Am 16. Februar wäre der ehemalige nordkoreanische Machthaber Kim Jong-il 72 Jahre alt geworden. Während die Bevölkerung seines Landes Zeit seiner Regentschaft in bitterster Armut lebte, stellte sich der Führer des Landes als großer Wohltäter und fast schon als Halbgott für seine Untertanen dar. Vor allem die Propaganda-Maschinerie des Landes ließ keine Möglichkeit aus, Kim ins rechte Licht zur rücken – die kuriosesten "Wohltaten" und Errungenschaften des Diktators im Überblick.

Die magische Geburt des Sterns Nordkoreas

Die Wunderwelt des Kim Jong-il

Am 16. Februar wäre Nordkoreas Führer 72 Jahre alt geworden. © bitprojects

Bereits die Geburt von Kim Jong-il umranken Legenden. Offiziell wurde der Diktator 1942 in der Geheimbasis seines Vaters Kim Il-sung auf dem Berg Paektu geboren. Westliche Quellen gehen allerdings von einer Geburt im Jahr 1941 in einem sowjetischen Lager in Russland aus.

Verblüffender sind allerdings die Zeichen, mit denen sich laut nordkoreanischer Propaganda die Geburt des neuen Machthabers ankündigte: Erdbeben waren die ersten Vorboten der Niederkunft, gleichzeitig wechselte die Jahreszeit von Winter auf Frühling. Bei seiner Geburt erschien ein neuer Stern am Himmel und ein doppelter Regenbogen hieß den neuen Sprössling auf der Erde willkommen. So wundert es auch nicht, dass Kim angeblich auch das Wetter durch seine Stimmung beeinflussen konnte, wie mehrere nordkoreanische Berichte nahelegen. Oder dass in dem abgeschotteten Land früher einmal Einhörner lebten, wie nordkoreanische Wissenschaftler kürzlich mitteilten.

Eine Jugend der Superlative

Bereits als Kind war der große Führer ein Genie, wie die Online-Ausgabe der britischen Tageszeitung "Telegraph" unter Berufung auf offizielle Biografien des Diktators berichtet. Demnach konnte Kim bereits im Alter von drei Wochen selbstständig laufen und sprach mit acht Wochen seine ersten Worte.

Auch in der Schule war sein überragender Intellekt nicht zu schlagen. So verbesserte er seine Lehrer in ihrer falschen Darstellung der Geschichte des Landes. Später, an der nach seinem Vater benannten Kim-Il-sung-Universität, musste das gesammelte Wissen schließlich in Worte gefasst und in Büchern gesammelt werden. Laut offiziellen Angaben schrieb Kim bis zu seinem Studien-Abschluss im Jahr 1964 rund 1.500 Werke.

Der größte Golfer aller Zeiten

Im Jahr 1994 entdeckte Kim Jong-il das Golfen für sich – ein Meilenstein in der Geschichte des Sports. Während seines ersten Ausflugs auf das Grün spielte der Diktator laut offiziellen Angaben eine unglaubliche Runde und blieb auf dem 18-Loch-Kurs 38 Schläge unter Par. Diese Leistung krönte der Kopf Nordkoreas mit insgesamt elf Hole-in-ones, also dem direkten Versenken des Balls im Loch mit dem Abschlag.

Ob er diese übermenschlichen sportlichen Fähigkeiten auf einer seiner zahlreichen Wasserrutschen erlangt hat, ist unbekannt. Allerdings zeigen kürzlich veröffentlichte Satellitenaufnahmen seine Vorliebe für diesen aufwendigen Wasser-Spaß, wie die "Huffington Post" berichtet.

Kim Jong-il, der Reis- und Cognac-Fanatiker

Auch in Sachen Ernährung hatte der ehemalige Führer Nordkoreas einen eigenen Geschmack. So berichtete ein Neffe seiner ersten Frau Lee Young Nam, dass Kim Extra-Personal eingestellt hatte, das jedes Reiskorn für ihn inspizierte. Die Männer und Frauen sollten sicherstellen, dass die Körner seinen peniblen Standards in Sachen Länge, Gewicht und Farbe entsprachen. Und auch bei Getränken hatte der Machthaber einen ganz eigenen Geschmack, wie eine Studie von Dr. Jerold Post, einem CIA-Psychologen, nahelegt: Demnach trank der Diktator pro Jahr für mehrere hunderttausend Dollar Hennessy-Cognac.

Zum Glück konnten ihm diese Laster nicht wirklich auf die Verdauung schlagen, denn laut offiziellen nordkoreanischen Angaben musste Kim nie eine Toilette besuchen – sein Körper produzierte schlichtweg keine Ausscheidungen.

Nordkoreas Mann der Kunst

Kim Jong-il galt als großer Kinoliebhaber. Seine Sammlung soll laut "Huffington Post" über 20.000 Filme umfasst haben. Zu seinen Lieblingen zählten alle Streifen mit Elizabeth Taylor in der Hauptrolle. Aber auch "Rambo", "Freitag, der 13.", sowie "Godzilla" zählten zu seinen Favoriten. Vor allem zum japanischen Monsterfilm hatte er eine besondere Verbindung. So ließ er 1978 das südkoreanische Regisseur-Paar Shin Sang-ok und Choi Eun-hee entführen, um eine eigene Version von "Godzilla" mit dem Titel "Pulgasari" zu drehen. Die beiden Filmemacher konnten sich erst 1986 während einer Reise nach Wien in die US-Botschaft absetzen.

Doch neben dem Film hat der Führer Nordkoreas auch in Sachen Musik seinem Land eine schier unermessliche Fülle an Werken hinterlassen. Laut offiziellen Angaben schrieb er sechs Opern binnen zwei Jahren, die alle bisherigen musikalischen Werke der Menschheitsgeschichte "in den Schatten stellen".

Der Kommunist als Mode-Ikone und Trendsetter

Bei so viel künstlerischem Talent ist es also kein Wunder, dass Kim Jong-il in seinem Land auch als Mode-Ikone galt. Dass er auch weltweit mit seinem Stil für Furore sorgte, teilte die kommunistische Zeitung "Rodong Sinmun" ihren Lesern mit. Demnach hätten sich die grau-braunen Anzüge des nordkoreanischen Führers zum globalen Fashion-Phänomen entwickelt. Untermauert wurde diese These von einem nicht näher genannten, französischen Mode-Experten, der zu Protokoll gab: "Kim Jong-ils Mode, die gerade weltweit im Trend liegt, ist beispiellos in der Menschheitsgeschichte."

So viel Modeverständnis muss natürlich an die nächste Generation weitergegeben werden. Deswegen rief eine chinesische Zeitung 2012 Kim Jong-un, den Sohn Kims und neuen Machthaber Nordkoreas nach dessen Tod, zum "Sexiest Man alive" aus. Dumm nur, dass die Ursprungsmeldung von einer amerikanischen Satire-Webseite stammte. Ganz real konnte Kim Jong-un dagegen den Titel "Man of the year" des angesehenen "Time Magazine" für sich verbuchen. Allerdings halfen dabei Spaß-Hacker bei der Abstimmung nach und manipulierten das Ergebnis.