Eine Allgäuer Brauerei streitet mit dem Berliner Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) um den Begriff "bekömmlich" für ihr Bier. Das ist nicht der einzige skurrile Rechtsstreit um Marken und Markennamen. Unsere Bildergalerie zeigt die größten Markenrechtsstreitigkeiten.

Helene Fischer im DFB-Trikot: Gilt der Markenschutz für den stilisierten Bundesadler auf dem aktuellen Weltmeister-Trikot? Diese Frage müssen DFB und die Supermarktkette Real klären. Real kann bisher lediglich einen Etappensieg verbuchen, die endgültige Entscheidung steht noch aus.
"Flecki" gegen "Paula": Im November 2012 urteilt das Landgericht Düsseldorf zugunsten von Aldi Süd im Puddingstreit zwischen Dr. Oetker und dem Discounter. Demnach darf Aldi Süd seinen Pudding "Flecki" weiterhin verkaufen. Obwohl die Nachspeise laut der Richter das Oetker-Produkt "Paula" nachahme, unterscheide es sich ausreichend von ihm.
Volkswagen gegen die "Bild"-Zeitung: Ist "Volks-" eine Marke? Ja, insbesondere in Verbindung mit einem Produkt, urteilt 2011 das Bundespatentgericht und bestätigt damit vor allem "Bild.de" mit den als Marke registrierten Volks-Produkten. Entscheidend sei neben der erkennbaren Nähe zu "Bild.de" das Gewohnheitsrecht, da schon zahlreiche Volks-Produkte vertrieben worden seien.
Ist die charakteristische Form der Capri-Sonne-Trinkbeutel einzigartig und schützenswert? Das Landgericht Braunschweig entscheidet sich Ende 2013 dafür. Capri-Sonne-Konkurrent Riha Wesergold will diese Entscheidung nicht hinnehmen und legt Berufung ein. Diese wird vom zuständigen Landgericht aber abgelehnt.
Der Fall "Duff Beer" gegen "Duff Beer": Homer Simpsons Lieblingsbier beschäftigt Anfang Dezember 2012 den deutschen Bundesgerichtshof. Gleich zwei Unternehmen beanspruchen die Marke "Duff Beer" für sich. Die Richter entscheiden, beide Versionen zuzulassen, da sich die beiden Warenzeichen grafisch stark voneinander unterscheiden.
"Focus" gegen "Focus": Hätte das Landgericht Köln das letzte Wort gehabt, wäre der Ford Focus unter anderem Namen vom Band gerollt. Die Richter geben dem Burda-Verlag Recht, dass der Autohersteller den hohen Werbewert des gleichnamigen Nachrichtenmagazins auf "unlautere und unzulässige" Weise nutze. Die Parteien einigten sich aber außergerichtlich.
Ende Mai 2006 droht dem Online-Branchendienst "Go Yellow" das Aus: Das Landgericht München sieht trotz der unterschiedlichen Branchenzugehörigkeit eine wettbewerbswidrige Rufausbeutung des Energieunternehmens "Yello Strom". Doch das Oberlandesgericht hebt das Urteil auf, die Richter sehen keine hinreichende Verwechslungsgefahr.
Der Goldteddy der Schweizer Firma Lindt erinnert angeblich zu sehr an die Gummibären von Haribo, weshalb es zum Rechtsstreit kommt. In erster Instanz gibt ein Gericht Haribo Recht. Ein endgültiges Urteil gibt es jedoch noch nicht, und beide Produkte können noch gekauft werden. Darauf haben sich die Unternehmen geeinigt.
Langenscheidt gewinnt den Markenrechtsstreit um die Farbe Gelb gegen seinen Konkurrenten Rosetta Stone. Der Sprachlern-Softwarehersteller hatte in seiner Werbung und für Kartonverpackungen ebenfalls einen gelben Farbton verwendet. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat entschieden, dass Rosetta Stone diese Farbe nicht mehr verwenden darf.
"Knopf im Ohr" ist laut Europäischem Gerichtshof keine Marke. Der Traditionsbetrieb kann nicht für sich allein das Recht beanspruchen, bei seinen Teddys und Tieren mitten im Ohr einen Metallknopf oder ein Stofffähnchen anzubringen. Dies sei kein genügendes Unterscheidungsmerkmal zu anderen Spielsachen. Das entscheidet das EU-Gericht Mitte Januar 2014.
Apple muss für "iPad" zahlen: Das "iPad" der chinesischen Firma Proview war zwar kein Kassenschlager, der Name erweist sich jedoch als einträglich. So gelingt es den chinesischen Managern zwischenzeitlich, den Verkauf des Apple iPads in China zu stoppen. Um dem Ärger ein Ende zu machen, zahlt Apple im Juli 2012 60 Millionen Dollar an die Chinesen.
Katjes verklagt Haribo wegen des Verwendung des Begriffs "Yoghurt Gums" verklagt. Katjes hat den Begriff entwickelt, den Haribo als Beschreibung für das Produkt "Jogi Bussi" verwenden. Das Gericht entscheidet sich für Haribo: Die Bezeichnung "Yoghurt Gums" sei rein beschreibend und für den Verbraucher nicht "unterscheidenskräftig".
Der berühmteste Schokoladen-Osterhase ist wohl der "Goldhase" von Lindt & Sprüngli, der sich jedoch heftiger Konkurrenz erwehren muss. Die bayerische Confiserie Riegelein will mit einem ähnlichen Gold-Hasen punkten, der Schweizer Schokoladenhersteller klagt dagegen. Der Bundesgerichtshof weist die Klage im April 2013 ab und beendet damit den Osterhasenstreit.
Der Begriff "Kinder" lässt sich auch für Schokoladenprodukte nicht schützen, entscheidet der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Als Inhaber von Marken wie der "Kinder Schokolade" und der "Kinder Überraschung" will Ferrero der Konkurrenz den Vertrieb von Produkten wie "Kinder Kram" vom Süßwarenhersteller Haribo verbieten lassen - ohne Erfolg.
Peek & Cloppenburg gegen Peek & Cloppenburg: Seit 102 Jahren gibt es in Deutschland zwei Bekleidungshäuser mit diesem Namen. Im Januar 2013 setzt sich das Düsseldorfer Mutterhaus vor Gericht gegen das gleichnamige Hamburger Unternehmen durch. P&C West aus Düsseldorf darf in Zukunft deutschlandweit werben.