(tma) - Im Saarbrücker "Tatort" war er als sanfter Kommissar auf dem Fahrrad unterwegs, privat setzt er sich gegen häusliche Gewalt ein, jetzt geriet Schauspieler Jochen Senf in eine handfeste Schlägerei mit einem Kiosk-Besitzer in Berlin.

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"Tatort": Wer mit wem und wo?

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"Ich wurde von einem Verkäufer brutal verprügelt!", sagte er der "Bild"-Zeitung. Der Vorfall ereignete sich Dienstagabend um 19.30 Uhr, als Senf noch schnell ein paar Filter für seine Zigarettenspitze besorgen wollte. Angeblich habe der Ladenbesitzer sein Kleingeld nicht nehmen wollen und unwirsch reagiert, als er dieses zum Abzählen auf den Tresen legte. Die Worte "kleiner Scheiß-Mist" und "Arsch" sollen gefallen sein, dann kam es zur Schlägerei.

Senf war anschließend im Krankenhaus, wo eine Schädelprellung, Schmerzen in der Halswirbelsäule, rechtsseitige Taubheit und ein Hämatom am Auge diagnostiziert wurden. Laut seiner Aussage habe der Verkäufer "plötzlich hinter ihm gestanden und ihn aus dem Laden geprügelt". Er habe Todesangst gehabt, sagte der Ex-Tatort-Kommissar.

Der Ladenbesitzer bestreitet das gegenüber der "Bild"-Zeitung: „Der Mann erzählt Lügen.“

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat das Verfahren inzwischen eingestellt. Ob Senf, der bis 2005 als Kommissar Palu im Saarbrücker "Tatort" zu sehen war, auch zuschlug oder nicht, sei nicht festzustellen. Deshalb könne eine Handlung aus Notwehr des Ladenbesitzers nicht ausgeschlossen werden.

Das will sich der Schauspieler nicht bieten lassen und strengt jetzt eine private Klage an, für ihn ist das Vorgehen der Staatsanwaltschaft "ein Skandal!"

Jochen Senf engagiert sich seit Jahren gegen Gewalt in allen Gesellschaftsgruppen und greift auf eigene Erfahrungen mit seinem Vater Paul zurück. In seiner autobiografischen Skizze "Von Mann zu Mann" beschreibt er die gewalttätigen, cholerischen Wutausbrüche seines Vaters und den Umgang seiner Familie und des Umfelds damit. In Kollegenkreisen gilt der Schauspieler allerdings als "schwierig". Auf die Beendigung seines "Tatort"-Engagements 2005 reagierte er mit Verbitterung.