Der südafrikanische Paralympics-Gewinner Oscar Pistorius ist offenbar festgenommen worden, weil er seine Freundin erschossen haben soll.

Der Vorfall habe sich in Pistorius' Haus in Silverlakes, einem Nobel-Vorort der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria, ereignet, berichtete die Zeitung "Beeld". Der weltbekannte Sprinter habe seine Freundin irrtümlich für einen Einbrecher gehalten.

Die Online-Ausgabe der Zeitung zitierte die Polizistin Sarah Mcira, die angab, Pistorius' Schüsse hätten seine Freundin am Kopf und am Arm getroffen.

Die Polizei wollte zunächst nicht bestätigen, dass es sich bei dem Schützen um Pistorius handelte. Polizeisprecher Katlego Mogale sagte lediglich, ein 26-jähriger Mann sei wegen der Erschießung einer 30-jährigen Frau festgenommen worden. Auf die Frau sei vier Mal geschossen worden, sie sei vor Ort gestorben. Die 30-Jährige sei wahrscheinlich die Freundin des Schützen.

Der Südafrikaner, der im vergangenen Sommer in London als erster amputierter Athlet an Olympischen Spielen teilgenommen hatte, wurde nach seiner Festnahme von der Polizei verhört. Südafrika gehört zu den Ländern mit der höchsten Kriminalitätsrate. Es ist üblich, dass Hausbesitzer Waffen besitzen, um sich vor Überfällen zu schützen.

Der als "Blade Runner" bekannte Pistorius ist der Star unter den Behindertensportlern. Im Alter von elf Monaten wurden ihm beide Beine unterhalb der Knie amputiert. Er läuft auf Karbon-Prothesen.

Nach seinem Auftritt bei den Olympischen Spielen in London, wo er in seinem historischen Auftritt über 400 m im Halbfinale ausgeschieden war, holte er anschließend bei den Paralympics an gleicher Stätte über die gleiche Distanz sein insgesamt sechstes Gold. Vergangenes Jahr kürte das "Time"-Magazin Pistorius zu einem der hundert einflussreichsten Menschen der Welt. © AFP